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Jüdischer Friedhof PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Dietmar Hölmer   
Mittwoch, 7. März 2007
Wir folgen nun der Moosspringstraße in Richtung Ortsausgang nach Nehden. Nach dem letzten Haus führt uns ein Weg links hinauf und rechts am Almegraben entlang zum jüdischen Friedhof (17) dem sog. ”Judenknapp”

Ein Dokument, das Rückschlüsse auf die Eröffnung des jüdischen Begräbnisplatzes zuläßt, ist noch nicht gefunden worden. Vermutlich wurde dieser Platz um 1750 von den Herren von Meschede den jüdischen Mitbürgern zur Verfügung gestellt. 1824 wird der Friedhof in den Sterberegistern als ”Todtenhof Niederalme” geführt. Zehn Jahre später wird der Begräbnisplatz mit dem Namen ”Judenknapp” angegeben, den er auch bis heute noch trägt.


Zwischen dem 17. Jahrhundert und 1941 lebten zeitweilig bis zu 74 (um 1800) jüdische Mitbürger und Mitbürgerinnen in unseren Gemeinden.

In alten Lageplänen und Karten ist der Friedhof nicht zu finden. Erst 1988 erfolgte eine Vermessung des Geländes.

Die offizielle Größe des Friedhofes wird mit 1.500 qm angegeben. Ein Gedenkstein, der von zwei Findlingen eingerahmt wird und zwei erhaltene Gedenksteine aus Kalkstein von 1887 und von 1890 erinnern heute noch an die Begräbnisstätte. Auf dem 1986 errichteten Gedenkstein ist zu lesen: ”Der Ort auf dem Du stehst ist heiliger Boden - Exodus 3.5 - Jüdischer Friedhof in Alme - Gönnen wir ewige Ruhe den hier Beigesetzten”. Die hebräische Inschrift lautet in der Übersetzung: ”Ihre Seelen seien eingebunden in das Bündel der Lebendigen” Es ist üblich, bei Texten auf jüdischen Grabsteinen Zitate aus der Bibel zu verwenden. Nach Gangulf und Dorothea Koch ist eine Stelle, auf die der Text zurückgehen könnte 1 Sam 25,29: “Und ist ein Mensch aufgestanden, dich zu verfolgen und dir nach dem Leben zu trachten, so möge das Leben meines Herrn eingebunden sein in das Bündel der Lebendigen bei dem Herrn, deinem Gott! Aber das Leben deiner Feinde soll er fortschleudern mit einer Schleuderpfanne.”


Der erste Grabstein mit den Initialen MR wurde auf dem Grab des am 17.8.1890 verstorbenen Juden Meier Ruhstädt errichtet. Der zweite Grabstein mit den Initialen SR steht auf dem Grab des am 3.7.1887 verstorbenen Selig Ruhstädt.

Das letzte Begräbnis fand im Jahre 1939 statt, nachdem Miriam Ruhstädt verstorben war. Von ihr ist jedoch kein Grabstein zu finden, da es im III. Reich verboten war, für Juden Grabsteine zu errichten.

Nun hat sich hier der Buchenwald wieder ausgebreitet. Wie auch im Mühlental ist er im Frühjahr voller Farben. Eine Wanderung zu dieser Jahreszeit durch die noch nicht belaubten Wälder zählt zu den beeindruckendsten Erlebnissen, die die Natur zu bieten hat. Hierzu tragen auch das Gelbe- und das Busch-Windröschen (Anemone ranunculoides und nemorosa), der Hohle Lerchensporn (Corydalis cava), der Waldmeister (Galium odoratum), das Echte Lungenkraut (Pulmonaria obscura) und die Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus) bei.

Auch können wir auf nährstoff- und humusreichen Kalkböden, den Gelben Eisenhut (Aconitum lycoctonum s. str.) antreffen, der zu den giftigsten Pflanzen Europas gehört. Im sehr zeitigen Frühjahr, wenn der Waldboden zum Teil noch mit Schnee bedeckt ist, blühen hier ebenfalls die geschützten Märzenbecher (Leucojum vernum) und ein violett blühender kleiner Strauch, der Seidelbast (Daphne mezereum). Diese seltenen Pflanzen stehen unter Schutz. Ihre Bestände sind gefährdet, da sie gern ausgegraben und in Gärten angepflanzt werden.

Dies ist auch die Jahreszeit, um den Spechten auf die Spur zu kommen. Gerade hier können wir Gelegenheit finden, die meisten der einheimischen Arten auf engstem Raume anzutreffen. In den alten Bäumen sind Schwarzspecht, Buntspecht, Mittelspecht, Kleinspecht und der Grauspecht zu Hause. Viele weitere Vogelarten wie zum Beispiel die seltene Hohltaube nutzen die Spechthöhlen ebenfalls als Brutstätte.
Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 7. März 2007 )
 
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